33 Tage mit Amazons Kindel 3
Seit 33 Tagen habe ich den Kindle 3 von Amazon und es ist nun Zeit für einen kleines Resumeé und ein paar Tipps und Tricks.
Der Kindle 3 ist Amazons aktueller E-Reader, setzt natürlich auf ein E-Ink-Display und ist seit gut 100 Tagen offiziell in Deutschland erhältlich. In der aktuellen Version erlaubt das Display 16 Graustufen, damit sehen schwarz-weiß Bilder schon ganz ordentlich aus. Dank der 167 dpi kann man auch feinere Schriften (mit z.B. Serifen) gut lesen, die auf normalen Bildschirmen (~96 dpi) nicht gut aussehen.
Ich habe mich für das Wireless-Modell ohne 3G entschieden, da man mittlerweile fast überall einen WLAN-Zugang hat und ich auf den Hitchhikers-Guide-Mode (kostenloser Zugriff auf Wikipedia in zig Ländern) verzichten kann.
Funktionsbeschreibungen gibt es im Netz noch und nöcher, ich lasse es damit mal sein und beschränke mich auf Fehler, Bugs und sonstige kleine Ärgernisse und wie man sie beheben kann. Die Infos gibt es natürlich bereits mehrfach im Netz verteilt, aber ich habe sie noch nicht an einem Fleck gefunden, vielleicht hilft es ja jemandem.
Nach dem auspacken möchte der Kindle über das USB-Kabel aufgeladen werden. Wenn man den Kindle trotzem schon verwenden will soll man ihn erst auswerfen, aber am PC angeschlossen lassen. Das hat bei mir (Windows 7 64bit) über die Taskleiste leider nicht so geklappt wie ich gehofft habe.
Obwohl der Kindle fehlerfrei ausgeworfen wurde, befand er sich immer noch im „USB Drive Mode“ und lies sich somit nicht bedienen.
Abhilfe brachte der Versuch den Kindle im Explorer auszuwerfen:
Bücher lassen sich über USB in den Ordner „documents“ kopieren und werden nach dem Auswerfen erkannt, einfach übers Wispernet oder über ein externes Programm wie Calibre übertragen. Danach werden die Bücher vom Kindle indiziert, um das durchsuchen der Bücher zu ermöglichen.
Achtung! Das Indizieren von neuen Büchern kann lange dauern und die Laufzeit von einigen Wochen auf einige Stunden verkürzen!
Ich habe von gutenberg.org testweise viele (über 1000) Bücher runtergeladen und auf den Kindle übertragen. Das darauf folgende Indizieren dauerte über einen Tag und verbrauchte fast die komplette Akkuladung. Am nächsten Tag war der Akku leer. Es wäre also eine schlechte Idee unmittelbar vor dem Urlaub viele Bücher auf den Kindle zu schieben und das Ladegerät zu Hause zu lassen.
Mir kam die Navigation mit ~2000 Büchern deutlich träger vor, so dass ich mich nun auf ein paar hundert Bücher beschränke und und die komplette Bibliothek auf dem PC verwalte.
Den meisten reichen die Grundeinstellungen des Kindles, bzw. die Einstellungen die man aus dem Menü (Aa-Taste) vornehmen kann. Die Schriftart (anscheinend PMN Caecilia) ist wirklich gut, Größe und Zeilenabstand lassen sich einfach einstellen.
Mir hat jedoch der Seitenabstand – auch in der kleinsten Einstellung – missfallen. Der lässt sich leider nur über das Editieren der reader.pref-Datei anpassen (dabei einen Editor verwenden, der die Zeilenenden im Unix-Stil beibehält (z.B. Notepad++). Die Datei findet man auf dem Kindle unter system\com.amazon.ebook.booklet.reader. Da der Kindle nach der Änderung und vor dem öffnen eines Buches neugestartet werden muss empfiehlt es sich in das Settings-Menü zu wechseln bevor man den Kindle ans USB-Kabel hängt.
Einfach in der Zeile »HORIZONTAL_MARGIN=40« den Wert verkleinern. Ich komme mit dem Wert 15 gut zurecht. Diese Einstellung geht verloren, wenn man im Menü die Einstellungen für „Words per Line“ verändert.
Mit dieser Einstellung komme ich gut zurecht und die weiteren Modifikationen kann man meiner Meinung nach als Spielerei verstehen.
Die mitgelieferte Schriftart PMN Caecilia ist wirklich gut, aber man kann auch eine eigene Schrift verwenden.
Dazu muss wieder die reader.pref geändert werden
FONT_FAMILY=serif
muss zu
ALLOW_USER_FONT=true FONT_FAMILY=alt
verändert werden.
Außerdem muss auf dem Kindle ein „fonts“-Ordner angelegt werden, in dem dann eine beliebige ttf-Schriftart eingefügt werden muss. Die Dateien der Schriftart sind alt-Regular.ttf, alt-Bold.ttf, alt-Italic.ttf und alt-BoldItalic.ttf zu nennen. Neben der Schriftart ändert sich auch das Menü und lässt andere Zeilenabstände zu. Diese Einstellung geht verloren wenn man im Aa-Menü eine andere Schrift auswählt.
Ich habe hier testweise die Windows-Schrift Constatia verwendet:
Durch den folgenden Eintrag kann man die Blocksatz-Darstellung vom Kindle beieinflussen:
ALLOW_JUSTIFICATION_CHANGE=true
Nach dem Neustart kann man im Aa-Menü den Punkt „Justification“ finden und zwischen „full“ und „left“ wählen.
Nun noch ein paar Tastenkürzel, die man gelegentlich brauchen könnte:
Alt+Shift+G: Erstellt Screenshot
Alt+G: Frischt die Darstellung auf (Anti-Ghosting)
Alt+Shift+R: Rebooten (wichtig nach Änderungen an der reader.pref)
Alt+Shift+M: Geht zu Minesweeper
In dem folgenden Beitrag werde ich mich dem Verwalten von Collections, Calibre, DRM und dem Screensaver-Hack befassen.
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